INTERVIEW

Wann haben Sie mit dem Schreiben begonnen? Gab es vielleicht einen Auslöser?

 

Im Grunde habe ich schon als Kleinkind irgendwelche Geschichten verfasst. In der Grundschule zum Beispiel habe ich statt den Hausaufgaben eine Fortsetzung zu den Mighty Morphin Power Rangers geschrieben, da mir der offizielle Nachfolger der Serie keineswegs gefallen hat. Während der Pubertät änderten sich meine Interessen für eine Weile und ich begann mit dem Zeichnen. Sicherlich malte ich schon als kleiner Junge, aber erst mit 12 oder 13 Jahren begann ich mich, auf das Zeichnen von Gesichtern zu konzentrieren. Die Lust zum Schreiben kam allerdings schnell zurück und ich verfasste mit 16 meinen ersten Fantasyroman.

 

Haben Sie diesen schon veröffentlicht?

 

Nein. Es wird auch noch einige Zeit vergehen, bis ich diesen komplett überarbeitet und meinem aktuellen Stil angepasst habe.

 

Klingt interessant. Bedeutet das, dass sich Ihr Stil von Buch zu Buch verändert?

 

Er verbessert sich. Wenn ich ein Buch schreibe und es kurz darauf veröffentliche, ist es die bestmögliche Arbeit, die ich zu diesem Zeitpunkt imstande war zu leisten. Wenn ich an meine erste Veröffentlichung zurückdenke, dann verkrieche ich mich peinlich berührt unter die Bettdecke und denke: „Das hast du nicht geschrieben, das war jemand anderes. “ :-)

 

Wie kamen Sie auf die Idee zu Dragor?

 

Ich hatte einen echt verrückten Traum, der dem Inhalt dieser Geschichte sehr nahe kommt. Folglich musste ich daraus einfach ein Büchlein schreiben.

 

Es werden viele Themen in dem Buch angesprochen: Das Älterwerden, Ängste, Politik, Sexualität … Hatten Sie selbst auch Angst vor der großen Drei gehabt?

 

Vor der 30 nicht. Seltsamerweise aber ein wenig vor der 31. Keine Ahnung weshalb, aber 31 zu werden, fühlte sich irgendwie seltsam an.

 

Kommen wir zurück zum Genre. In welchem Genre schreiben Sie am liebsten?

 

Ich habe mich auf kein bestimmtes Genre festgelegt und im Grunde schon in vielen Genres geschrieben. Horror, Fantasy, Erotik, Dramen, Jugendbücher, Kindergeschichten … Ich schreibe immer das, wonach mir gerade ist. Es würde mich ungemein langweilen, wenn ich immer nur Liebesromane schreiben müsste.

 

Haben Sie ein Lieblingsbuch oder gar einen Lieblingsautor?

 

Die Frage habe ich befürchtet. … Ich bin ein totaler Lesemuffel und lese wenn überhaupt mal eine Zeitung oder werfe ein Blick ins Buch. Lieber schaue ich eine DVD. Ja, ich weiß, was jetzt viele Leute denken oder sagen wollen. Ein Autor, der selbst keine Bücher liest? Wie will er denn wissen, wie man eines schreibt. Glaub mir, diese Frage durfte ich mir schon zu genüge anhören.

 

Und was antworten Sie darauf?

 

Meistens rolle ich nur noch mit den Augen. Es ist doch so, man lernt das Schreiben, also die Grundkenntnisse der deutschen Sprache, in der Schule. Was man später daraus macht, ist eine andere Sache. Als ich mich der Wortkunst komplett hingegeben hatte, da war ich um die 19 Jahre jung, war ich noch recht unerfahren, was das Schreiben von Büchern angeht. Doch im Grunde ist es ganz leicht. Man öffnet irgendein Buch, schaut kurz, wie dieses formatiert ist, und schon hat man ein Problem gelöst. Wie man Satzzeichen zu setzen hat, lernt man ebenfalls in der Schule – meistens zumindest. Und den Schreibstil, den eigenen ganz persönlichen Schreibstil, hat man von Anfang an. Im Laufe der Zeit verfeinert man diesen, man lernt, auch dank eines erfahrenen Lektors, stets dazu. Von daher kann ich manche Leute auch nicht verstehen, die der Auffassung sind, dass man nur Bücher schreiben kann, wenn man auch welche liest. Blödsinn.

 

Wenn Sie keine Bücher lesen, wer oder was inspiriert Sie dann?

 

Menschen. Ganz einfache Menschen. Oftmals auch VIPs, die ich mehr oder weniger mag. Oftmals sind es aber auch nur Songs. Ich höre ein Lied und bekomme plötzlich eine Idee zu einer neuen Geschichte. Mittlerweile haben sich über einhundert Ideen in der imaginären Schublade gesammelt, die allesamt irgendwann mal aufs Blatt wollen.

 

Klingt nach viel Arbeit. Bevorzugen Sie das Schreiben am Tag oder in der Nacht?

 

Ich mag es düster. Es muss nicht stockdunkel sein, auch wenn es schön ist. Bewölkt reicht aus. Wenn die Sonne scheint, dann bin ich nur ungern vorm Rechner. Lieber bin ich in der Natur. In Deutschland haben wir eh kaum Sonne – diese sollte man einfach genießen.

 

Antworten Sie auf Leserbriefe?

 

Natürlich. Wenn man mir via Mail schreibt sogar binnen 48 Stunden. Auf Facebook kann es länger dauern, da ich, wie bereits erwähnt, nur selten reinschaue. Jedoch antworte ich nicht auf persönliche Fragen und Bilder von mir verschicke ich auch nicht. :-) Zeilen via Postbrief finde ich, um ehrlich zu sein, am schönsten.  

 

Sie haben in der Vergangenheit einige Fotoshootings gehabt, waren in diversen Zeitungen … Was finden Sie an der Fotografie so interessant?

 

Ich liebe die Kunst der Fotografie. Man kann so vieles mit dem richtigen Licht machen. Es spielt eigentlich keine Rolle, wie eine Person aussieht, ob sie für andere jetzt schön oder weniger attraktiv ist, es kommt nur darauf an, wie man jemanden gekonnt in Szene setzt. Allem voran mag ich die erotische Kunst der Fotografie und das Bearbeiten mit Photoshop. Pickel und Narben verschwinden im Nu. Allerdings mag ich dieses Übertriebene nicht, wo man dann bis zur Unendlichkeit verändert wird.

 

Was würden Sie jungen Autoren raten, die gerade erst in diesen Beruf gefunden haben?

 

Bleib dir selbst treu, egal was andere auch sagen mögen. Es gibt viele böse Menschen unter uns, die dem anderen nichts gönnen, aber davon sollte man sich nicht beirren lassen. Lerne stets hinzu, denn als Autor hast du niemals ausgelernt. Suche dir einen Lektor, mit dem du dich verstehst und alles wird gut. :-)

 

Machen Sie sich Notizen zu der Geschichte? Entwerfen Sie einen Plot?

 

Sicherlich schreibe ich auf, was in etwa alles in der Geschichte passieren soll. Meistens erstelle ich auch einen chronologischen Ablauf, aber am Ende wird eh immer alles anders, als zuvor geplant.

 

Wie gehen Sie vor, wenn Sie einen Charakter erfinden? Hat dieser von Beginn an einen Namen oder nennen Sie diese Person einfach X oder XY?

 

Die Charaktere sind gut durchdacht. Sie haben einen Namen, ich weiß wie groß sie sind, wie schwer, welche Schuhgröße sie haben, was sie tragen, was sie denken, wie sie ticken. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Hauptcharakter, der kein Innenleben hat. Jeder Charakter braucht seine eigene Aussprache, Macken usw.  Wenn ich manche Charaktere in Filmen sehe, wie diese dargestellt werden, dann gruselt es mich. Jede Person ist anders und genau das muss man auch imstande sein, zu beschreiben.

 

Bringen Sie sich selbst mit in Ihren Geschichten ein?

 

Anfangs tat ich dies ständig. Aber irgendwann langweilte es mich total. Es macht viel mehr Spaß, einen Charakter komplett neu zu erfinden.

 

Gibt es Wörter, die Sie beim schreiben gerne und oft benutzen?

 

Es gibt Wörter, die ich sehr oft benutze, in der Korrektur hinterher aber dann streiche oder gegen andere passende Wörter austausche.

 

Bevorzugen Sie ein gedrucktes Buch oder die digitale Form?

 

Ich finde gedruckte Bücher schöner. Allerdings hat man als kleiner Mann in dieser Branche keine Chance in allen Buchläden vertreten zu sein – sofern man nicht bei einem großen Verlag unter Vertrag ist. Da ist das E-Book schon praktischer. Allerdings haben E-Books auch ihre Nachteile, sehr große sogar. Sie können kopiert und an Dritte weitergegeben werden. Schwarze Schafe stellen die Arbeit illegal zur Verfügung. Hinzu kommen Lese-Abos. Praktisch für den Vielleser, ein Schlag ins Gesicht für den Autor. Eine Zeit lang habe ich dieses Programm genutzt, werde es in Zukunft aber versuchen zu umgehen.

 

Kann man vom Schreiben leben?

 

Die meisten werden es wohl nicht können und üben diese Tätigkeit nebenbei aus.

 

Geben Sie in naher Zukunft eine Lesung?

 

Ich gestehe, ich bin ein miserabler Vorleser. Das war ich schon in der Schule. Würde jemand wie Wanja Gerick meine Bücher vorlesen, würde ich sicherlich neben ihm sitzen und erfreut zuhören. Aber selbst lesen, auch wenn es die meisten Autoren tun und es im Grunde zum Beruf gehört, werde ich wohl nie und falls doch, dann ist ein Wunder geschehen. :-)

 

Möchten Sie ihren Lesern noch etwas sagen?

 

Egal was jemand über euch sagt, bleibt euch selbst treu. Es ist so wichtig, sich selbst zu mögen. Folgt eurem Herzen und lasst euch von niemandem den Tag versauen. Das Leben ist einfach zu kurz, um sich aufzuregen.